Reiselust ist ungebrochen
Wir haben es ja geahnt (bzw. erhofft): „Die Deutschen lassen sich die Lust auf Urlaub nicht vermiesen!“ titelt die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen zur Vorstellung der Reiseanalyse 5/2009. 2.000 Personen im Alter von 14 bis 70 Jahren wurden im Zeitraum 14. bis 21. Mai zu ihrem Reiseverhaltens befragt.
Und das Ergebnis: 73 Prozent der Deutschen wollen 2009 mindestens eine Urlaubsreise unternehmen oder sind bereits verreist. Nur 18 Prozent der Befragten sind noch nicht verreist und planen für 2009 auch keine Reise mehr. Die meisten Bundesbürger lassen sich also von Meldungen über die miese Wirtschaftslage die Lust am Urlaub nicht nehmen. Vielleicht führen die schlechten Meldungen beim einen oder anderen ja sogar zu erhöhtem Erholungsbedarf?
Wer allerdings glaubt, dass die Befragten die schwierigen wirtschaftliche Situation schlichtweg nicht wahrnehmen würden, der täuscht sich. Nach Angaben der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen würden die Teilnehmer der Studie sowohl die Lage im Lande als auch die persönliche Situation bei ihrer Urlaubsplanung sehr wohl im Auge behalten. Das zeigt sich z.B. daran, dass die Neigung zu Urlaubsplänen in direktem Zusammenhang steht mit der Einschätzung der eigenen und der allgemeinen wirtschaftlichen Lage. Je positiver die wirtschaftliche Situation eingeschätzt wird, desto höher ist die Neigung, 2009 in Urlaub zu fahren. Eigentlich logisch.
So warnt die Forschungsgemeinschaft auch, dass die momentan noch ziemlich ungebremste Urlaubslust noch einen Dämpfer erhalten könnte, sollten sich die Zukunftsaussichten für einen größeren Teil der Bevölkerung eintrüben. Man liest ja häufig, dass bei vielen Arbeitnehmern der Abschwung erst im Herbst zu spüren sein wird. Zum Glück also erst nach der Hauptreisezeit, könnte man sagen. Also, warten wir’s ab…
Nachtrag: die FVW berichtete am 23. Juni 2009 (Artikel für Abonnenten freigeschaltet) unter Bezugnahme auf eine Studie des Instituts Ipsos Public Affairs von Anfang des Jahres, dass 56 Prozent der Bundesbürger trotz Wirtschaftskrise in den Urlaub fahren würden. Etwas weniger also als die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen prognostiziert. Die Deutschen würden damit im europäischen Vergleich hinter Italien (76 Prozent) und Frankreich (66 Prozent) Platz drei der reisefreudigsten Nationen einnehmen. Und (sehr interessant): Im vergangenen Jahr planten noch acht Prozent mehr Franzosen eine Reise als in diesem Jahr, während es bei den Deutschen nur ein Prozent weniger ist
Es stimmt, dass die Reiselust ungebrochen ist, jedoch die Reiseveranstalter sowie Hotels möchten mehr Gäste gewinnen und bieten immer und immer wieder günstigere Unterkünfte oder Pauschalreisen an. Es gibt sogar schon solche Fälle, dass der Last
MInute Urlaub günstiger als das Frühbucher-Rabatt war. Ich freue mich jedoch auf meinen Urlaub, obwohl ich mich noch nicht ganz entschieden habe, wohin ich reisen soll. Egal, meine Reiselust ist noch ungebrochen